Kleine Weinkunde

 

Auch in Sachen Wein geht Probieren über Studieren

Wein ist eine Wissenschaft für sich und ein schier unerschöpfliches Thema. Gerade weil das so ist, sollte sich der Laie nicht allzu sehr in Detailwissen verzetteln. Um Wein genießen zu können, muss man nicht unbedingt wissen, welcher Boden für die Rebsorte Sauvignon Blanc der optimale ist und ob der Spätburgunder, der letztes Jahr unterm Weihnachtsbaum lag, eher dreieinhalb oder dreieinviertel Jahre gelagert werden sollte. Viel mehr Spaß macht es, sich mit einigen grundlegenden Tatsachen der Weinkunde zu befassen – und nützlicher ist es zudem auch.

Wer zu einer Weinprobe lädt, der sollte sich zum Beispiel mit den Temperaturen beschäftigen, die die Weine haben sollten, wenn sie serviert werden. Dass Weißweine immer gekühlt ins Glas kommen, ist inzwischen Basiswissen. Was aber ist mit den Rotweinen? Dort lautet die Empfehlung auf „Zimmertemperatur“. Das hört sich simpel an, ist allerdings etwas irreführend. Denn diese Empfehlung stammt aus einer Zeit, in der es noch keine Zentralheizung gab. Damals war es in den Häusern und Wohnungen grundsätzlich ein paar Grad kälter als heute. Deshalb ist es durchaus legitim, auch einen roten Tropfen kurz in den Kühlschrank zu schicken, bevor er ins Glas kommt. Das gilt umso mehr, wenn Rotwein ein sommerliches Gericht begleitet, das auf der Terrasse oder dem Balkon serviert wird.

Ein vielleicht etwas unkonventioneller, aber sehr profunder Ansatz, wenn man sich in Sachen Wein schlaumachen möchte, ist ein Urlaub in einem Weingebiet. Ob man dabei einen Weinwanderweg etappenweise bewältigt, ob man bei der Lese hilft oder ob man sich auf einem luxuriösen Weingut einquartiert, bleibt dem eigenen Geschmack überlassen. Sicher ist, dass man bei einem solchen „Bildungsurlaub“ in kürzester Zeit sehr viel über Weine und Weingenuss erfahren und erschmecken wird. Bei der Suche nach dem richtigen Reiseziel könnte eine Entscheidungshilfe die Frage sein, ob in der Region die eigene Lieblingsrebsorte angebaut wird.