Weißwein

Sauvignon Blanc, Riesling oder Chardonnay – wer macht das Rennen?
Wenn es um Farbe geht, dann ist der Begriff „Weißwein“ relativ vage. Denn in der großen weiten Welt des Weines werden damit Tropfen beschrieben, deren Aussehen vom hellsten Grün bis zum dunkelsten Gelborange reichen kann. Ähnlich sieht es bei dem geschmacklichen Spektrum aus. Als Weißwein firmieren leichte, frische Sommerweine ebenso, wie gehaltvolle, sündhaft teure Edelsüße, die zum Dessert in kleinen Schlückchen genossen werden.
Es ist nie ganz risikolos, eine Rangliste der beliebtesten Weine zu erstellen. Vor allem, wenn zwei Rebsorten gerade um die Vorherrschaft streiten, kann eine solche Angabe leicht hinter den Realitäten herhinken. Deshalb sei hier ohne Gewähr, aber doch mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit gesagt, dass die weiße Rebsorte Chardonnay ihren ersten Platz als weltweit beliebteste Weißweinsorte an die Sorte Sauvignon Blanc verloren hat. „Schuld“ daran sind eindeutig die Neuseeländer. Sie haben die französische Edelrebe, die in ihrer Heimat vor allem in der Region Sancerre sensationelle Weine hervorbringt, außerordentlich erfolgreich in der Weinregion „Marlborough“ angesiedelt. Mit der Unterstützung von französischen Experten werden dort nun Sauvignon Blancs von einer Qualität produziert, die den französischen Vorbildern sehr ähnlich sind. Da sie allerdings deutlich weniger kosten, wundert es nicht, dass sich die Winzer rund um Sancerre langsam Sorgen machen.
Das Aushängeschild des deutschen Weins ist der Riesling. Auch diese Rebsorte ist ein „global player“ – allerdings braucht sie die Kühle der nördlichen Weinländer, um ihr volles Potenzial ausschöpfen zu können. In Frankreich ist der Riesling deshalb nur im Elsass zugelassen. Die berühmtesten Rieslingweine Deutschlands stammen von der Mosel, von wo aus sie ihren Siegeszug vor allem in die USA angetreten haben. Dort wird Riesling aufgrund seines etwas geringeren Alkoholgehalts gern bei hochkarätigen Geschäftsessen serviert. Da gilt erst recht, wenn ein solcher Business-Lunch am Mittag stattfindet.
Trockene Weißweine sind nur bedingt lagerfähig. Ihre edelsüßen Verwandten dagegen können gleich bis zu mehreren Jahrzehnten vor sich hinschlummern und dabei immer mehr Aromen freisetzen. Wenn sie ihren geschmacklichen Höhepunkt erreicht haben und in den Verkauf kommen, müssen Interessenten allerdings tief in die Tasche greifen.